Unser Ratgeber zum Thema Design- und Vinylböden

Bundesweit steigenden Verkaufszahlen belegen die Beliebtheit eines Bodenbelags, den man vom Namen her noch nicht allzu lange kennt: die Rede ist vom „Vinylboden“. Ist dieser eine weitere Innovation der Bodenhersteller? Auch die sogenannten, klangvollen „Design-Böden“ haben sich zu den Bodenbelägen hinzugesellt, alternativ taucht auch die Bezeichnung „Design-Vinyl“ auf. Wie lassen sich diese Böden voneinander unterscheiden? Oder sind alle das Gleiche? Was haben sie gemein mit dem „guten alten“ PVC-Boden? Im Folgenden möchten wir ein wenig Aufklärungsarbeit leisten, und im Zuge dessen auch deren Vorteile beschreiben inklusive einem kleinen Exkurs zum Thema „Nutzungsklassen“.

Folgenden Fragen möchten wir uns widmen:


Wo liegen die Unterschiede zwischen PVC,- Vinyl-, Design- und Design-Vinylböden?

Zuerst einmal müssen wir vielleicht mit einer Enttäuschung beginnen: Hinter dem neumodischen Vinyl steckt strenggenommen ein PVC-Boden. PVC steht für Polyvinylchlorid, das „V“ von PVC also für Vinyl. Also alles Etikettenschwindel? Nicht ganz! Tatsächlich stellen heutige Vinylböden eine klare Weiterentwicklung der eher unansehnlichen PVC-Böden dar, wie man sie als Boden von der Rolle kennt. Hier ist vor allem der vollständige Verzicht auf gefährliche Weichmacher und andere schädliche Substanzen zu nennen, der heutige Vinylböden von alten PVC-Böden unterscheidet (mehr zum Thema Wohngesundheit weiter unten). 

Und was ist nun ein Design-Boden? Dies kann zum einen einfach ein Vinylboden sein, nur mit anderer Bezeichnung. Doch es gibt auch Design-Böden, die ihren Namen tragen in bewusster Abgrenzung zum Vinylboden. Statt Vinyl kommt bei diesen eine PET- oder PP-Schicht zum Einsatz, Kunststoffe, die auch z.B. in Getränkeflaschen verwendet werden. Diese Böden sind ökologisch besonders wertvoll. Da der Name „Designboden“ nicht geschützt ist, lässt sich so mancher Boden als solcher bezeichnen. Geht es Ihnen beim Bodenkauf also darum, auf PVC zu verzichten, müssen Sie beim Designboden genauer hinsehen und die Produktbeschreibung aufmerksam lesen – oder Sie fragen direkt die Bodenberater in Ihrem HolzLand Kern in Kirchseeon bei München. 

Apropos Begriffsverwirrung: sogar „Laminat-Vinylböden“ werden verkauft – diese haben aber mit Laminat nichts zu tun und sind reine Vinylböden. 


Was sind die jeweiligen Produktvorteile?

Ob WPC-Terrassendielen, der Kunststoffzaun oder robuste CPL-Türen: pflegeleichte und dauerhafte Materialien auf Kunststoffbasis mit authentischen Dekoren sind ein klarer Trend rund um Haus und Garten. Vor allem die Weiterentwicklung der Dekore hat diese Entwicklung befeuert, überzeugen doch Vinylböden und Designböden z.B. mit atemberaubend lebensechten Holzdekoren, welche nicht nur das Aussehen, sondern sogar die Haptik und typische „Holzfehler“ – Risse, Astlöcher etc. –imitieren. Eine Vinyl-Landhausdiele von einem Markenhersteller sieht einfach klasse aus! Dies gilt gleichermaßen für die Designböden. 

Vinyl und Designboden überzeugen im Vergleich zu Laminat mit einem weicheren Laufgefühl, größerer Wärme, und der Raumschall wird deutlich besser geschluckt. Von der Robustheit sind Vinylböden Laminat eine Nasenlänge voraus. 

Vinylböden gibt es als Klebesheets mit geringer Aufbauhöhe, als massives Klickvinyl mit Nut und Feder sowie als dreischichtiges Fertig-Vinyl (gleicher Aufbau wie Laminat), ebenfalls zum einfachen Verklicken. Vinylböden sind sogar feuchtraumgeeignet bei fachgerechter Verarbeitung. 


Was versteht man unter „Nutzungsklassen“?

Nutzungsklassen nach DIN EN 685 beschreiben die Robustheit bzw. Abriebfestigkeit eines elastischen, nicht-textilen Bodenbelags. Es gibt sie für Laminat sowie Vinyl- und Designböden – allerdings nicht für Naturböden wie Parkett oder Massivholzdielen. Nutzungsklassen (abgekürzt NK) werden mit zwei Ziffern angegeben, z.B. „NK 31“. Grundsätzlich gilt: Je höher, desto robuster und abriebfester. Aus unserer praktischen Erfahrung heraus sind vor allem die Dreißiger-Zahlen von praktischer Relevanz für den Verbraucher. NK 31 empfehlen wir für den gering beanspruchten Privatbereich wie z.B. das Schlafzimmer. NK 32 eignet sich für die meisten Räume einer durchschnittlichen Familie, NK 33 und NK 34 für stärker beanspruchte Wohnbereiche und/oder die Großfamilie. Böden mit NK 33 und 34 können auch in gering beanspruchten Gewerbebereichen verlegt werden. Nutzungsklassen im 40er-Bereich sind noch robuster, die „4“ bezieht sich ursprünglich auf industriell genutzte Bereiche wie eine Werkstatt. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Nutzungsklasse für Sie die richtige ist, greifen Sie im Zweifelsfall lieber zur höheren Klasse! Gerne unterstützen Sie unsere Bodenberater bei der Entscheidung. 


Wie steht es um die Wohngesundheit von Design- und Vinylböden?

Vinylböden unterliegen heutzutage strengen EU-Vorschriften. Gefährliche Weichmacher (Phthalate) oder andere bedenkliche Substanzen kommen nicht zum Einsatz. Solange Sie auf Markenqualität mit den entsprechenden Siegeln achten, können Sie beim Kauf von Vinylböden unbesorgt sein. Bei uns erhalten Sie ausschließlich geprüfte Qualität, z.B. mit dem Ü-Zeichen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) ausgezeichnet. Auch die bei minderwertiger Ware bekannten unangenehmen Ausdünstungen und Geruchsbelästigung müssen Sie bei unseren Vinylböden nicht fürchten. 

Soll es nun trotzdem ein Bodenbelag ohne PVC sein, haben Sie die alternative Möglichkeit, auf Designböden zu setzen, bei denen auf einen Kunststoff wie PET oder PP zurückgegriffen wird. Von der Optik und Robustheit können Design-Böden jedenfalls mit einem Vinylboden mithalten.

Haben Sie noch Fragen rund um Design- und Vinylböden? Unsere Bodenberater helfen Ihnen gerne weiter.